Samstag, 6. Februar 2010

Der Jänner in russischer Hand

RussEin Drittel aller Gäste im Jänner kommt in Sölden aus Russland. Rund 200 Flugzeuge aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion landen in der ersten Jännerhälfte auf österreichs Flughäfen, Pro Wintersaison tummel sich 40.000 Russen auf den heimischen Skipisten. Österreich ist die top Wintersportdestination für Gäste aus dem Osten.

Freud oder Leid?

Den Tourismusmanagern müsste zum Jubeln zumute sein, gehört doch das gefürchtete Jännerloch damit der Vergangenheit an. Weil das russische Neujahrsfest am 6. Jänner stattfinded, sind die ersten zwei Jännerwochen die Hauptreisezeit für russische Wintergäste. Und weil sich hauptsächlich die russische Oberschicht das Reisen leisten kann, gelten die Russen allgemein als sehr zahlungskräftige Gäste. Trotzdem sind sie nicht überall gleich willkommen.
Als vor zehn bis fünfzehn Jahren erstmals russische Staatsbürger Österreich als Urlaubsland entdeckte, hatten sie einen ausgesprochen schlechten Ruf. Geschichten von zerstörten Hotelzimmern, exzessiven Saufgelagen und extremer Arroganz Angestellten gegenüber, machten die Runde und verstetzen so manch alteigesessen Hotelier in Angst und Schrecken. Dazu kamen sprachliche Barrieren.

In den letzten Jahren arrangierten sich die meisten Tourismusbetriebe jedoch mit den zahlungskräftigen Gästen aus dem Osten. Touristen, die anscheinend mit Geld um sich werfen und noch dazu das Jännerloch stopfen, konnte man nicht links liegen lassen. Viele Betriebe habe sich auf die neuen Gäste eingestellt: russische Speisekarten, russische Informationsmagazine und auch russischsprechendes Personal breitet sich in Tirol aus.
Solches Personal zu finden ist aber aufgrund der strengen Beschäftigungspolitik der EU noch schwierig. Mittlerweile sprechen aber viele, vor allem jüngere Russen gut Englisch.

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Unterschiede zu Gästen aus anderen Ländern

"Das Beste ist nur gut genur" berichtet Claudia Juen, Mitarbeiterin im Ischgler Hotel Madein."Unsere Gäste gehören der gehobenen Klasse an und sind zu einem großen Teil seit Jahren Stammgäste. Die Konsumation ist um ein vielfaches höher als bei Urlaubern aus anderen Ländern", erzählt Claudia Juen weiter. Das klingt jetzt nach dem perfektem Gast, aber nichts ist perfekt. Eine Flasche Wodka gehört zum Suanagang ebenso, wie zum Abendessen...Konflikte mit Gästen aus anderen Ländern sind vorprogrammiert. Darum verbreitet sich immer mehr, dass sich Betriebe entweder auf Russen spezialisieren, oder sie erst gar nicht aufnehmen. Ignorieren kann die Reichen aus dem Osten aber niemand mehr. Und immerhin ist der großteil des Spuks auch nach drei Wochen wieder vorbei!

Links zum weiterlesen:

ORF Bericht
Untersuchung der FH Wien
Video: So feiern Russen in Tirol (bild.de)
Interview mit Sepp Schellhorn, sueddeutsche.de

Von Acapulco bis Zypern

Das ABC des Fernweh

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