Montag, 30. November 2009

"Gimme money"

Unter Umständen könnte es sein, dass, wenn man nach Bukarest fahren würde, diese Worte das ein oder andere Mal hört. Es wird aber kein unfreundlicher Taxifahrer sein, oder ein gestresster Kellner. Es wird eines der immer noch über tausend Strassenkinder sein, die in Bukarest leben (müssen). Ein Drittel davon als Analphabeten. 1989, am Ende der bucurestiCeaucescu-Ära, waren es noch fast 3000. Die Situation hat sich gebessert, ist aber immer noch erschreckend. Verschiedene Organisationen, wie der Wiener Verein Concordia, schaffen es durch verschiedene Betreuungs- und Unterbringungsmassnahmen, die Zahl der Strassenkinder nach unten zu drücken. Dennoch gibt es genug Kinder die hier, fast mitten in Europa, nicht zur Schule gehen, Klebstoff schnüffeln, betteln und sich irgendwie über Wasser halten.

Aber was ist Bukarest? Prostitution? Nightlife? Betondschungel? Unterentwickelt? Oder doch das vielzitierte Paris des Ostens? Gut, es gibt einen Triumphbogen, es gibt auch eine unvorstellbare Anzahl von Strassenprostituierten, aber es gibt auch geniale Clubs, einen Biergarten auf dem Dach des Nationaltheater und wunderschöne Parkanlagen mit ansprechender Gastronomie. Und es gibt Bier in Zweiliter-Plastikflaschen. Man könnte diese Liste noch lange Fortsetzten. Jeder Besucher wird seinen eigenen Blickwinkel finden. Was aber niemandem entgehen wird, ist die Architektur des Wahnsinns aus der Zeit vor 1989. Ceaucescu. Ein Name, den Viele ab 30 wahrscheinlich noch gut in Errinerung haben . Ein grausamer Diktator, aber ein noch viel grausamerer Städteplaner. Ganze Stadtviertel wurden abgerissen, um Kommunistischen Propagandabauten zu weichen. Dfer Höhepunkt seines baulichen Schaffens ist der Präsidentenpalast. Nach dem Pentagon, das Gebäude mit der weltweit zweitgrößten Grundfläche-als Privatresidenz.Palace_of_the_Parliament
Draussen am Land sind in den letzten Jahren viele Kirchen wieder aufgebaut worden, die der rumänischen Kulturrevolution zum Opfer gefallen sind. In der Hauptstadt wurden die nie fertiggestellten Volkskantinen, die Zehntausende fassen sollten, zu Shopping Malls umgebaut. Bukarest ist im Wandel, und den sozialistischen Volkswagen Rumäniens, den Dacia, gibt es mittlerweil in ganz Europa.


News: Nine'o'Clock
Essen: Innereien in verschiedensten Ausführungen
Trinken: Pils aus Zweiliter PET-Flaschen
Sound: Radio Inferno

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